Diese Seiten entstehen deswegen, weil ich mir selbst über einige Dinge klarwerden möchte. Wenn ich schreibe, dann reflektiere ich meine Gedanken und auch einen Teil der Emotionen in mir. Manches wird mir dann ein Stück weit transparenter und das hilft mir dabei, das Geschehene zu verarbeiten. Es ist eine Art Selbsttherapie.
Im Grunde schreibe ich für mich selbst. Das bedeutet, dass die Texte nicht diplomatisch sind und sie das auch nicht sein können. Ich kann keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten etwaiger Leser nehmen, weil das meinem Ziel der Selbsterkenntnis entgegenstehen würde. Und so mögen für manchen meine Texte unverständlich oder sogar unangenehm sein. Letzteres täte mir leid, denn nichts liegt mir ferner als andere Menschen verletzen zu wollen.
Es ist meine Aufgabe, das was in mir ist, nach außen zu tragen, damit es nicht länger nur in mir ist, damit ich es betrachten und bewerten kann. Ich will nicht länger Getriebener eines Traumas sein, ich will mein Leben aktiv gestalten und lernen, mit dem was geschehen ist zu leben. Das Puzzle in mir muss neu zusammengesetzt werden.
Auf dem Foto trage ich keinen Anzug, keine Krawatte. Ich bin ungeduscht, die Haare sind wirr, der Blick müde. Das beschreibt meinen seelischen Zustand recht gut. Es war wohl Andreas Lieblingsfoto von mir, denn ich fand es auf ihrem Schreibtisch.
Durch das Schreiben geht es mir inzwischen wieder besser. Ich bin weit davon entfernt zu sagen, dass nun alles "gut" sei. Dem ist gewiss nicht so. Aber die Trauer und die Erinnerung in mir sind nun an einem neuen Ort, an einem Ort, der sich würdig und richtig anfühlt. Vergessen werde ich niemals, Andrea wird mich mein Leben lang begleiten und das ist auch richtig so. Ich kann und ich WILL weiterleben. Andrea wollte es und ich will es auch. Es wird in meinem Leben neue Ziele und neue Menschen geben. Vielleicht ist ein Mensch darunter, den ich lieben kann. Das ist ein wunderbarer Gedanke.
Das Foto belasse ich. Es ist zwar nicht wirklich schön, aber es ist ehrlich.